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Strafrecht und Verkehrsrecht: Die wichtigsten StGB-Paragraphen
Das Strafgesetzbuch (StGB) umfasst 519 Paragraphen und nennt je Tatbestand einen Strafrahmen als Obergrenze, etwa bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bei Diebstahl (§ 242 StGB). Ob eine Strafbarkeit vorliegt, prüft allein das Gericht.

Das Strafgesetzbuch trennt einen Allgemeinen Teil von einem Besonderen Teil mit den Straftatbeständen. Diebstahl (§ 242), Betrug (§ 263) und Körperverletzung (§ 223) reichen jeweils bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, Unfallflucht (§ 142) bis zu drei Jahren, Beleidigung (§ 185) bis zu einem Jahr (Quelle: gesetze-im-internet.de, Stand 21.10.2026). Ein Strafrahmen ist eine Obergrenze, keine Erwartung. Die Strafrahmen-Leiter ordnet Grunddelikt, besonders schweren Fall und Verfahren.
Wie ist das Strafgesetzbuch aufgebaut?
Das StGB gliedert sich in den Allgemeinen Teil mit Grundregeln wie Vorsatz und Notwehr und den Besonderen Teil mit den einzelnen Straftatbeständen. Es umfasst 519 Paragraphen, wurde am 15.05.1871 ausgefertigt und trägt eine Änderung vom 20.03.2026.
Ein Straftatbestand beschreibt ein Verhalten und nennt die Strafe, die dafür höchstens droht. Der Strafrahmen steht meist im selben Paragraphen. § 263 StGB (Betrug) umfasst 7 Absätze mit 262 Wörtern, § 242 StGB (Diebstahl) nur 2 Absätze mit 36 Wörtern (Quelle: gesetze-im-internet.de, Stand 21.10.2026).
Die Strafrahmen-Leiter beschreibt drei Stufen. Stufe 1 ist das Grunddelikt, etwa Diebstahl. Stufe 2 sind besonders schwere Fälle und Qualifikationen mit höherer Strafdrohung, etwa § 243 und § 244 StGB. Stufe 3 sind Regeln zur Verfolgung, zum Beispiel das Antragserfordernis bei Beleidigung. Jede Stufe steht in einem eigenen Paragraphen.
Im Datenbestand dieses Portals sind 151 Paragraphen des StGB erfasst, darunter die Normen der folgenden Abschnitte (Quelle: Datenbestand rechtsteufel.de, Stand 21.10.2026).
Welche Strafrahmen nennen die häufig gesuchten Paragraphen?
Diebstahl, Betrug und Körperverletzung drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe an, Nötigung bis zu drei Jahre, Unfallflucht bis zu drei Jahre, Beleidigung und Bedrohung bis zu einem Jahr. Die Zahlen sind Obergrenzen, keine Prognosen.
Die Tabelle fasst die Grundtatbestände zusammen. Ein Strafrahmen sagt nichts darüber aus, wie ein konkretes Verfahren endet. Das Gericht legt die Strafe im Einzelfall innerhalb des Rahmens fest. Zur Höhe von Geldstrafen und Tagessätzen enthält dieser Beitrag keine Angaben.
Versuch ist bei Diebstahl, Betrug, Körperverletzung und Nötigung strafbar, wie die jeweiligen Absätze festlegen (Quelle: gesetze-im-internet.de, Stand 21.10.2026). Die Beiträge Diebstahl nach §§ 242, 243, 244 StGB, Betrug nach § 263 StGB und Körperverletzung nach §§ 223, 224 StGB geben den Wortlaut im Einzelnen wieder.
| Norm | Delikt | Strafdrohung |
|---|---|---|
| § 242 StGB | Diebstahl | bis 5 Jahre oder Geldstrafe |
| § 263 StGB | Betrug | bis 5 Jahre oder Geldstrafe |
| § 223 StGB | Körperverletzung | bis 5 Jahre oder Geldstrafe |
| § 240 StGB | Nötigung | bis 3 Jahre oder Geldstrafe |
| § 142 StGB | Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort | bis 3 Jahre oder Geldstrafe |
| § 185 StGB | Beleidigung | bis 1 Jahr oder Geldstrafe |
| § 241 StGB | Bedrohung | bis 1 Jahr oder Geldstrafe |
Was unterscheidet das Grunddelikt vom besonders schweren Fall?
Das Grunddelikt beschreibt die Tat in ihrer einfachen Form, der besonders schwere Fall und die Qualifikation erhöhen die Strafdrohung bei bestimmten Merkmalen. Beim Diebstahl steigt der Rahmen von fünf auf bis zu zehn Jahre, bei § 243 beginnt er bei drei Monaten.
§ 243 StGB (besonders schwerer Fall des Diebstahls) nennt drei Monate bis zehn Jahre, etwa bei Einbruch, gesicherten Sachen oder Gewerbsmäßigkeit. Bei geringwertigen Sachen gilt der Ausschluss für die Nummern 1 bis 6. § 244 Abs. 1 StGB sieht für Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl und Wohnungseinbruch sechs Monate bis zehn Jahre vor, für den Einbruch in eine dauerhaft genutzte Privatwohnung ein bis zehn Jahre (Quelle: gesetze-im-internet.de, Stand 21.10.2026).
Bei der Körperverletzung führt § 224 StGB als gefährliche Körperverletzung zu sechs Monaten bis zehn Jahren, in minder schweren Fällen zu drei Monaten bis fünf Jahren. Genannt sind unter anderem Gift, Waffe, gefährliches Werkzeug, hinterlistiger Überfall, gemeinschaftliche Begehung und lebensgefährdende Behandlung. Betrug nach § 263 Abs. 3 StGB reicht in besonders schweren Fällen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, etwa bei gewerbsmäßiger Begehung, Bande oder Vermögensverlust großen Ausmaßes.
Ob ein Merkmal im Einzelfall erfüllt ist, entscheidet das Gericht. Dieser Beitrag nennt die Merkmale des Gesetzes und bewertet keinen Vorwurf.
Welche Pflichten und Folgen regelt das Verkehrsstrafrecht?
Das Verkehrsstrafrecht regelt unter anderem das unerlaubte Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB, bis zu drei Jahre), die Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB, bis zu fünf Jahre) und Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB, bis zu einem Jahr).
§ 142 StGB verlangt, Feststellungen zu ermöglichen oder eine angemessene Zeit zu warten. Eine nachträgliche Meldung bei einer nahestehenden Polizeidienststelle ist möglich. Bei einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, unbedeutendem Sachschaden und freiwilliger Nachmeldung binnen 24 Stunden kann die Strafe gemildert oder von ihr abgesehen werden (§ 142 Abs. 4 StGB). Die Norm umfasst 5 Absätze mit 257 Wörtern.
§ 315c Abs. 1 StGB setzt Fahrunsicherheit durch Alkohol, Drogen oder Mängel oder grob verkehrswidriges, rücksichtsloses Verhalten voraus, zum Beispiel bei Vorfahrt oder Überholen, und eine Gefährdung von Leib, Leben oder bedeutenden Sachwerten. Die fahrlässige Gefährdung nach Absatz 3 reicht bis zu zwei Jahre.
§ 316 StGB greift nur, wenn nicht § 315a oder § 315c erfüllt ist, und gilt auch bei Fahrlässigkeit. Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) umfasst 59 Paragraphen, das Straßenverkehrsgesetz (StVG) 121, das Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) 148 (Quelle: gesetze-im-internet.de, Stand 21.10.2026). Die Beiträge Unfallflucht nach § 142 StGB und Gefährdung des Straßenverkehrs nach § 315c StGB beschreiben beide Normen im Einzelnen.
Wann setzt die Strafverfolgung einen Antrag voraus?
Bei einfacher Körperverletzung setzt die Strafverfolgung grundsätzlich einen Antrag voraus, außer bei besonderem öffentlichem Interesse (§ 230 StGB). Bei Beleidigung ist ebenfalls ein Antrag nötig (§ 194 StGB), er ist binnen drei Monaten ab Kenntnis von Tat und Täter zu stellen (§ 77b StGB).
Der Strafantrag ist die Erklärung des Verletzten, dass er die Verfolgung wünscht. Fehlt ein erforderlicher Antrag, leitet die Staatsanwaltschaft die Strafverfolgung nur in den gesetzlich genannten Ausnahmen ein. Die Drei-Monats-Frist des § 77b StGB beginnt mit der Kenntnis von Tat und Täter.
Für die Beleidigung (§ 185 StGB, 1 Absatz, 44 Wörter) nennt das Gesetz bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, bei öffentlicher Begehung, Verbreiten von Inhalten oder Tätlichkeit bis zu zwei Jahre. Üble Nachrede (§ 186) reicht bis zu einem Jahr, bei öffentlicher Begehung bis zu zwei Jahre, und ist bei erweislich wahrer Tatsache nicht strafbar. Verleumdung (§ 187) setzt Handeln wider besseres Wissen voraus und reicht bis zu zwei Jahre, bei öffentlicher Begehung bis zu fünf Jahre.
Wer eine Frist wahren will, lässt sie im Einzelfall von einer Anwaltskanzlei oder einer Opferberatungsstelle prüfen. Für Bedrohung und Nötigung nennen die Beiträge Bedrohung und Nötigung nach §§ 240, 241 StGB den Wortlaut.
- Lesen Sie den Grundtatbestand und seinen Strafrahmen
- Suchen Sie angrenzende Paragraphen mit höherer Strafdrohung
- Prüfen Sie, ob ein Strafantrag erforderlich ist
- Notieren Sie das Datum der Kenntnis von Tat und Täter
Dieser Beitrag nennt Wortlaut und Strafrahmen. Er sagt nicht, ob ein bestimmtes Verhalten strafbar ist oder wie ein Verfahren ausgeht. Strafrahmen sind Obergrenzen. Bei einem konkreten Vorwurf oder einer Anzeige berät eine Anwaltskanzlei oder eine Beratungsstelle.
Was unterscheidet Vorsatz von Fahrlässigkeit?
Vorsatz bedeutet Wissen und Wollen der Tat, Fahrlässigkeit die Verletzung der gebotenen Sorgfalt ohne Willen zur Tat. Das StGB nennt die fahrlässige Begehung nur, wo es sie ausdrücklich unter Strafe stellt, etwa in § 315c Abs. 3 und § 316.
Vorsatz und Fahrlässigkeit sind Begriffe des Allgemeinen Teils. Die Strafdrohung unterscheidet sich: § 315c Abs. 1 StGB droht bis zu fünf Jahre an, § 315c Abs. 3 StGB für die fahrlässige Gefährdung bis zu zwei Jahre. § 187 StGB setzt ausdrücklich Handeln wider besseres Wissen voraus, § 186 StGB nicht.
Weitere Begriffe des Straf- und Verkehrsrechts erklärt das Rechtslexikon: Strafantrag, Strafbefehl, Strafverfolgungsverjährung, Notwehr, Fahrverbot und Ordnungswidrigkeit. Eine Ordnungswidrigkeit ist keine Straftat und richtet sich nach dem OWiG.
Alle Beiträge dieses Themas
Die folgenden Ratgeber vertiefen einzelne Normen und Fristen dieses Themas.
- Gefährdung des Straßenverkehrs nach § 315c StGB: Tatbestand, Folgen, Abgrenzung
- Betrug nach § 263 StGB: Voraussetzungen und typische Fälle
- Diebstahl nach §§ 242, 243, 244 StGB: Grundtatbestand und Qualifikationen
- Körperverletzung nach §§ 223, 224 StGB: Einfache und gefährliche Körperverletzung
- Unfallflucht nach § 142 StGB: Pflichten am Unfallort und Folgen
- Beleidigung und Verleumdung: §§ 185, 186, 187 StGB im Alltag und im Netz
- Bedrohung und Nötigung: §§ 240, 241 StGB verständlich erklärt
Die folgenden Begriffe aus dem Rechtslexikon erklären die Grundlagen.
- Vorsatz
- Fahrlässigkeit
- Strafantrag
- Strafbefehl
- Strafverfolgungsverjährung
- Notwehr
- Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
- Fahrverbot
- Ordnungswidrigkeit
Weitere Übersichten: Rechtslexikon mit allen Begriffen, Gesetze mit Umfang und Stand, Paragraphen mit Normtext, Ratgeber mit allen Beiträgen.
Verwandte Themen: Familien- und Erbrecht: Testament, Pflichtteil, Vollmacht, Rechtliche Probleme lösen: Fristen, Widerspruch, nächste Schritte.
Häufige Fragen zu StGB und Verkehrsstrafrecht
Wie umfangreich ist das Strafgesetzbuch?
Das StGB umfasst 519 Paragraphen, wurde am 15.05.1871 ausgefertigt und trägt eine letzte Änderung vom 20.03.2026 (Quelle: gesetze-im-internet.de, Stand 21.10.2026).
Welche Strafe droht für Diebstahl nach § 242 StGB?
§ 242 StGB nennt Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, der Versuch ist strafbar. Besonders schwere Fälle nach § 243 StGB reichen von drei Monaten bis zehn Jahren. Die Strafe im Einzelfall bestimmt das Gericht.
Was verlangt § 142 StGB nach einem Unfall?
Die Norm verlangt, Feststellungen zu ermöglichen oder angemessene Zeit zu warten. Eine nachträgliche Meldung bei einer nahestehenden Polizeidienststelle ist möglich. Das unerlaubte Entfernen droht bis zu drei Jahre oder Geldstrafe an.
Setzt die Strafverfolgung bei Beleidigung einen Antrag voraus?
Ja, bei Beleidigung ist ein Strafantrag erforderlich (§ 194 StGB). Der Antrag ist binnen drei Monaten ab Kenntnis von Tat und Täter zu stellen (§ 77b StGB, Stand 21.10.2026).
Ist ein Strafrahmen die zu erwartende Strafe?
Nein. Der Strafrahmen ist die Obergrenze des Gesetzes. Welche Strafe ein Gericht im Einzelfall festsetzt, geht aus dem Strafrahmen nicht hervor.
Allgemeine Rechtsinformation, keine Rechtsberatung. Wir prüfen keine Einzelfälle und vertreten niemanden. Gesetzestexte: amtliche Fassung auf gesetze-im-internet.de, Stand der jeweiligen Seite beachten. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich an eine Anwaltskanzlei oder eine Beratungsstelle.
Quellen
StGB §§ 142, 185 bis 187, 194, 223, 224, 230, 240, 241, 242 bis 244, 263, 315c, 316, 77b: gesetze-im-internet.de, Bundesministerium der Justiz, Abruf 21.10.2026; StVO, StVG, OWiG: gesetze-im-internet.de, Abruf 21.10.2026; Datenbestand rechtsteufel.de (151 erfasste StGB-Paragraphen), Stand 21.10.2026.
Häufige Fragen
Wie umfangreich ist das Strafgesetzbuch?
Das StGB umfasst 519 Paragraphen, wurde am 15.05.1871 ausgefertigt und trägt eine letzte Änderung vom 20.03.2026 (Quelle: gesetze-im-internet.de, Stand 21.10.2026).
Welche Strafe droht für Diebstahl nach § 242 StGB?
§ 242 StGB nennt Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, der Versuch ist strafbar. Besonders schwere Fälle nach § 243 StGB reichen von drei Monaten bis zehn Jahren. Die Strafe im Einzelfall bestimmt das Gericht.
Was verlangt § 142 StGB nach einem Unfall?
Die Norm verlangt, Feststellungen zu ermöglichen oder angemessene Zeit zu warten. Eine nachträgliche Meldung bei einer nahestehenden Polizeidienststelle ist möglich. Das unerlaubte Entfernen droht bis zu drei Jahre oder Geldstrafe an.
Setzt die Strafverfolgung bei Beleidigung einen Antrag voraus?
Ja, bei Beleidigung ist ein Strafantrag erforderlich (§ 194 StGB). Der Antrag ist binnen drei Monaten ab Kenntnis von Tat und Täter zu stellen (§ 77b StGB, Stand 21.10.2026).
Ist ein Strafrahmen die zu erwartende Strafe?
Nein. Der Strafrahmen ist die Obergrenze des Gesetzes. Welche Strafe ein Gericht im Einzelfall festsetzt, geht aus dem Strafrahmen nicht hervor.
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